Tibet
Geschichte und Gegenwart
Ab 1642 stand Tibet über 300 Jahre lang unter weltlicher und spiritueller Führung der Dalai Lamas.
Mao Zedong proklamierte am 1. Oktober 1949 die kommunistische Volksrepublik China. Die Volksbefreiungsarmee marschierte in Nordost-Tibet ein und kontrollierte bald große Teile Amdos. Am 23. Mai 1951 unterzeichnete eine tibetische Delegation unter Zwang in Peking das "17-Punkte-Abkommen zur friedlichen Befreiung Tibets".
Am 10. März 1959 kam es zum Volksaufstand der Tibeter gegen die chinesische Fremdherrschaft, der blutig niedergeschlagen wurde. Tausende Tibeter kamen ums Leben und der Dalai Lama floh nach Indien. Es folgten ihm seitdem Hunderttausende ins Exil. Nach der Niederschlagung des Aufstandes, setzte Peking die "demokratischen Reformen" in ganz Tibet durch, in deren Verlauf bis zum Beginn der Kulturrevolution 1966 über 90% der Klöster, Tempel und Kulturdenkmäler zerstört wurden. Das freie Tibet umfasste eine Fläche von etwa 2,5 Millionen km² (sieben mal die Fläche Deutschlands), während die Autonome Region Tibet infolge der Gebietsreform 1965 nur noch eine Fläche von 1,22 Millionen km² hat.
Sollte China einmal demokratisch regiert werden und dadurch auch die Tibeter ihre Freiheit wiedererlangen, kann jetzt bereits vorausgesagt werden, dass heute kaum vorstellbare Gräueltaten der herrschenden kommunistischen Regierung ans Tageslicht kommen werden. Nur ein Bruchteil dieser Geschehnisse wird heute überhaupt publik.
· Inhaftierung aus politischen oder religiösen Gründen
· Folterung, Vergewaltigung und Hinrichtung von Häftlingen
· Zwangssterilisationen und -abtreibungen an Tibeterinnen
· Tötung von tibetischen Neugeborenen per Giftspritze
· Zerstörung der traditionellen Lebensgrundlage der tibetischen Bauern und Nomaden
· Vernichtung der einzigartigen tibetischen Tier- und Pflanzenwelt
![]() Tibetische Nationalflagge |
![]() Tibet vor 1949 |
Dalai Lama
Der Titel Dalai Lama wird mit "Meer der Weisheit" übersetzt. Dalai heißt auf mongolisch "Ozean" und Lama steht in der tibetischen Sprache für "geistiger Lehrer". Der Dalai Lama gilt als Verkörperung göttlicher Wesenheiten. Nach dem Ableben eines Dalai Lama wird der Nachfolger aufgrund bestimmter Vorzeichen unter neugeborenen Kindern gefunden.
Am 6. Juli 1935 wurde der 14. Dalai Lama Tenzin Gyatso geboren. Bis zur chinesischen Annexion 1950 war er geistlicher und weltlicher Führer Tibets. Er floh 1959 aus Tibet und lebt seitdem in Dharamsala, Indien im Exil. 1989 erhielt er den Friedensnobelpreis für seine Bemühungen, mit China auf friedlichem Weg eine Lösung der tibetischen Frage zu finden. Im Juli 2005 wurde ihm der Hessische Friedenspreis verliehen.
Als höchster geistlicher Würdenträger des Gelugpa-Ordens setzt er sich mit buddhistischer Weisheit und bemerkenswertem Humor für Frieden und Gewaltlosigkeit in unserer Welt ein.
![]() Seine Heiligkeit der 14. Dalai Lama |
![]() Friedensnobelpreis 1989 |
Der 5-Punkte-Friedensplan
Im September 1987 machte Seine Heiligkeit als Oberhaupt des tibetischen Volkes Vorschläge, wie der Konflikt zwischen Tibet und China zu lösen wäre:
1. Umwandlung des gesamten Gebietes von Tibet in eine Friedenszone.
2. Beendigung der Politik der Umsiedlung von Chinesen nach Tibet, die die Existenz der Tibeter
als eigenständiges Volk bedroht.
3. Respektierung der fundamentalen Grundrechte des tibetischen Volkes.
4. Wiederherstellung und Schutz der natürlichen Umwelt Tibets und Beendigung der chinesischen
Ausbeutung Tibets zur Herstellung von Kernwaffen und der Lagerung von radioaktivem Abfall.
5. Beginn von ernsthaften Verhandlungen über den künftigen Status Tibets.
Bisher war die Besatzungsmacht China nicht zu einem Gespräch über diese Punkte bereit.
Meine Mitgliedschaften
Seit Juni 2003 bin ich Mitglied in der Deutschen Tibethilfe. Dieser Verein unterstützt die tibetischen Flüchtlinge in Indien seit über 30 Jahren unbürokratisch mit zahlreichen Projekten. Ein Schwerpunkt der humanitären Arbeit ist die Vermittlung von Patenschaften.
Seit Januar 2004 bin ich Mitglied in der Tibet Initiative Deutschland. Dieser Verein versucht seit 1989 mit allen friedlichen Mitteln Einfluss auf die VR China zu nehmen und verbreitet Informationen, um die Menschen in Deutschland über die Situation in Tibet aufzuklären. Seit Juli 2008 bin ich in der Regionalgruppe Gießen aktiv und betreue auch deren Internetseiten.
Deutsche Tibethilfe e.V. Tegetthoffstraße 10, 20259 Hamburg Telefon (040) 46093679, Telefax (040) 46093781 E-Mail tibethilfe@aol.com Internet www.deutschetibethilfe.de |
Tibet Initiative Deutschland e.V. Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin Telefon (030) 42081521, Telefax (030) 42081522 E-Mail office@tibet-initiative.de Internet www.tibet-initiative.de |
Meine Patenschaft
Gyaltsen Thrinley wurde 1976 als jüngster Sohn einer Bauernfamilie in Lhokha, Tibet geboren. Im Alter von zehn Jahren begann er sein buddhistisches Studium im Dakpo Shedrupling Kloster im Süden Tibets. Dort lebte und lernte er bis der Druck der Chinesischen Regierung auf die Mönche so groß wurde, dass er 1998 seine Heimat verlassen musste und mit einigen Klosterbrüdern über den Himalaya nach Nepal floh. Von dort ging er nach Mainpat in Zentral-Indien, um sich dem dortigen Kloster anzuschließen. Als er aber wegen der starken Hitze und ungewohnter Ernährung krank wurde, reiste er nach Dharamsala im Norden, um sich medizinisch behandeln zu lassen.
Heute lebt und studiert Gyaltsen im Nechung Kloster in Dharamsala, Indien. Seit Juni 2003 unterstütze ich ihn, damit er versorgt ist und sich auf seine Ausbildung konzentrieren kann. Dies ist mein kleiner Beitrag zur Erhaltung der tibetischen Kultur und seiner spirituellen Errungenschaften.
![]() Klosterschüler Gyaltsen Thrinley |
![]() Nechung Kloster in Dharamsala, Indien |
Links
Offizielle Homepage der Tibetischen Exilregierung
Offizielle Homepage des Dalai Lama
Tibet Initiative Deutschland e.V. · Regionalgruppe Gießen
Dharmakirti e.V. · Heuchelheim





